Haniel 60 Minutes – Mythos künstliche Intelligenz

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Die Veranstaltungsreihe „60 Minutes” ging am 11. Oktober in die zweite Runde. Experte Markus Schmitt referierte über „künstliche Intelligenz”, beantwortete Fragen rund ums Thema und klärte häufige Missverständnisse auf.

In den Vereinigten Staaten ist eine Kirche der Künstlichen Intelligenz (KI) gewidmet, in Saudi-Arabien verfügt ein Roboter über Bürgerrechte und in Japan ist ein Chatbotoffizieller Einwohner Tokios. Meldungen wie diese erinnern an Science-Fiction Filme und schüren Ängste. KI hat etwas nicht ganz greifbares, gefährliches, mystisches. Referent Markus Schmitt, Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Data Revenue, klärte in seinem „60 Minutes”-Vortrag die häufigsten Missverständnisse rund ums Thema auf. Denn die Technologie hinter der KI, eine Open Source Software, ist überhaupt nicht mystisch. Die Veranstaltung in der Akademie war gut besucht: Am Abend kamen rund 30 interessierte Haniel-Mitarbeiter zusammen.

Was ist KI, wo kann man sie anwenden und wie stellt sich das Unternehmen dafür richtig auf? Immer wieder stellten die Teilnehmer Fragen, äußerten Bedenken und berichteten aus eigener Erfahrung: Können Algorithmen intelligenter sein als Menschen? Können wir die Prozesse dahinter irgendwann vielleicht nicht mehr nachvollziehen? Und nehmen uns Roboter in Zukunft unsere Jobs? Schmitt entmystifizierte das Thema KI, unter anderem indem er deutlich machte: „Am Ende ist ein KI-Algorithmus nicht viel mehr als ein Entscheidungsbaum. “Ein Computer besitzt zwar die Kompetenz etwas zu tun, nicht aber das Verständnis!” Der Referent nannte ein Beispiel: „Ein Computer hat die Kompetenz, das Bild eines fußballspielenden Kindes darzustellen, weiß aber nicht, wie es sich anfühlt, Fußball zu spielen oder über eine Wiese zu laufen. Der Mensch kennt die Assoziationen zu diesem Bild, denn er hat Erfahrungen und versteht dadurch den Kontext.” Maschinen sind demnach nicht intelligenter als Menschen. Denn der Computer kann zwar eine Sache extrem gut, aber er lernt weniger effizient und ist dabei immer vom Menschen abhängig. „Algorithmen muss alles vorgekaut werden, denn aus einem Datenwust kann nichts entstehen. Wichtiger als die Datenmenge ist also die Selektion der Daten”, erklärte Schmitt weiter.

Nach einem einstündigen Vortrag mit Beispielen aus der Praxis tauschten sich die Teilnehmer noch über das Thema und die damit verbundenen Hürden und Chancen aus. Matthias Autenrieth, Risk & Finance Manager, findet die neue Veranstaltungsreihe gelungen: „Das Format „60 Minutes” sowie die Wahl der Referenten finde ich sehr spannend. Bei der ersten Veranstaltung war es ein Professor – dieses Mal jemand aus der Praxis. Herr Schmitt hat das Thema nicht nur von der theoretischen Perspektive beleuchtet, sondern konnte uns anschauliche Beispiele geben.” Autenrieth merkt aber auch an, dass das Thema aufgrund der zeitlichen Begrenzung nicht tiefgreifend behandelt werden kann: „Ein solches Format kann nur Hinweise geben, wo konkrete Anwendungsfelder liegen könnten.”

Die Frage nach den Anwendungsfeldern im eigenen Bereich blieb für viele noch schwer greifbar. Dr. René Peters, Leiter Vergütung & HR Services, meint: „Die konkrete Einführung von Systemen, die auf KI basieren, ist gefühlt noch ein großer Schritt. Ich frage mich vor allem: Wie kann man KI im HR-Bereich anwenden? Die Stunde war aufschlussreich, hat das Thema aber nur angeteasert. Um wirklich einen Schritt nach vorne zu machen, braucht es letztendlich mehr. Ich denke, dass das Potential vor allem in den Geschäftsbereichen liegt, wir aber gut daran tun, in der Holding Vorreiter zu sein. Allerdings sehe ich noch eine große Hürde darin, die Prozesse zu identifizieren, die sich für das Thema eignen.”

Alles in allem waren sich die Teilnehmer einig, dass zwar noch einige Fragen zu klären sind, die 60 Minuten aber dennoch Unsicherheiten nehmen konnten: „Vor allem hat der Vortrag das Thema entmystifiziert. Jetzt bedarf es eines gewissen Muts und gemeinsamer Anstrengung, um sich dem Thema weiter zu widmen”, fasst Peters das Stimmungsbild zusammen. Dass die Unterstützung durch andere Kollegen entscheidend ist, sieht auch Daniel Munsch, Experte Akademieprogramme, so: „Es ist wichtig, dass wir uns mit neuer Technologieauseinandersetzen – das gilt nicht nur für KI. Schließlich können diejenigen die Anwendungsfelder im Unternehmen identifizieren, die ein Verständnis für die Prozesse und damit die verbundenen Daten haben – das heißt wir alle. Das ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. In ,60 Minutes' haben wir einen überraschend klaren Einblick bekommen, den es nun zu vertiefen gilt.”

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